Griaß Di aus Südtirol

Das Jahr 2020 sollte großartig werden, viele Pläne, großartige Ideen, voll motiviert. Es ist Anfang Januar. Ich bin in Portugal, genauer gesagt in Nazaré. Ich bin dabei eine Dokumentation über Big Mama, eine bis zu 30m hohe Welle direkt vor der Küste, zu produzieren. Ich bin gerade in Portugal angekommen und hatte vor ca. einen Monat zu bleiben, um die Interviews und die Naturgewalten mit der Kamera einzufangen. Dann mitten in der Nacht drei verpasste Anrufe auf meinem Handy. Notfall im engsten Familienkreis. Projektabbruch. Sofortige Rückfahrt. 39 Stunden mit kurzer Schlafpause. Hoffen und Bangen. Es folgen Tage im Krankenhaus - vorbei. Glück und Zufriedenheit werden von einer Sekunde zur anderen von Schicksal und Trauer abgelöst. Ich muss funktionieren. Dinge sind zu erledigen. Alles andere rückt in den Hintergrund.

Auf dem Weg nach Südtirol - Selbstportrait in Bayern

Wenige Wochen später folgt für uns alle mit der Corona-Pandemie eine sehr ungewohnte Zeit. Die Pandemie hat Deutschland, Europa und die Welt im Griff. Ich bin zu Hause, da ich durch die Kontaktbeschränkungen nicht mit Kunden arbeiten kann und somit sehr viel Zeit habe. Ich mache mir viele Gedanken über mein Projekt und reflektiere die vergangenen Wochen und Monate und komme immer wieder auf das Thema Zufriedenheit. Irgendwie komme ich nicht mehr davon los. Was macht mich glücklich und zufrieden? Was brauche ich um zufrieden zu sein? Geht Zufriedenheit auch in Krisenzeiten? Wie sieht es bei anderen Menschen aus? Haben alle ein ähnliches Empfinden für diese Gefühlslage? Ich beschließe, mich im Sommer 2020 auf die Suche nach zufriedenen und glücklichen Menschen zu machen. Ich möchte den Moment, in denen Menschen diese Emotionen fühlen, mit der Kamera einfangen. Ich bin gespannt, ob es Parallelen zwischen zufriedenen Menschen gibt und ob man aus der Zufriedenheit anderer Menschen lernen kann.

Kurz nach dem Grenzübertritt - Auf der Haideralm in Südtirol

Heute: Verteilt über den Zeitraum von einer Woche bin ich aus dem nasskalten Hamburger Schietwetter in das sommerliche Südtirol gefahren. Unterwegs haben mich berufliche Verpflichtungen in Löhne und Dortmund noch einmal auf Trapp gehalten. Jetzt geht es darum, meinen Fokus zu schärfen und dann kann die Suche nach den Zufriedenheitsmomenten beginnen. Ich habe mir Südtirol als Startpunkt für meine Reise ausgesucht und bin sehr gespannt, welche Menschen ich in den kommenden Wochen treffen und fotografieren darf.

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